Deutsche Haiku-Gesellschaft e.V.

Ortsgruppen Frankfurt a.M. & Wiesbaden


Sie zählen zu jenen, die nicht viel Worte machen und ohne Umschweife auf des Pudels Kern kommen? Sie lieben das Schnörkellose und bevorzugen beim Sport eher die Kurzstrecke als den Marathon? Sie haben den Blick für das Wesentliche, analysieren Gegebenheiten mit großer Treffsicherheit und erfreuen sich an der Natur zu allen Jahreszeiten? Sie wollten schon immer mal ihre Gedanken niederschreiben, haben aber bemerkt, dass Ihnen Romane und Erzählungen zu langatmig sind? Sie liebäugeln mit Lyrik, finden die Herz-Schmerz Gedichte jedoch zu altbacken, kämpfen bei den Limericks mit dem Rhythmus, wagen sich nicht unter die Song-Schreiber und fühlen sich noch nicht so richtig in Form, um bei einem Poetry Slam mitzumachen?

Georges Hartmann

Wenn Sie zu den Fragen mindesten viermal zu­stim­mend genickt haben, sollten Sie es unbedingt ein­mal mit dem Schreiben von Haiku versuchen. Es ist dies die kürzeste Gedichtform der Welt, hat ihren Ursprung in Japan und darf höchstens die Länge von siebzehn Silben betragen, wobei auch hier der Grundsatz gilt, das weniger eher mehr bedeutet. Die Silben werden üblicherweise dreizeilig auf­ge­teilt. Die Traditionalisten setzen das Gedicht in den zeitlichen Rahmen einer Jahreszeit, die mittels eines charakteristischen Schlüsselworts (z.B. Schnee, bitterkalt, Weihnachten etc. für Winter) an­ge­deutet wird, während die Modernen alles mögliche beschreiben.

Die DHG ist eine bunt gewürfelte Vereinigung von Menschen aller Altersklassen, die sich sowohl mit dieser Gedichtform, als auch mit dem Tanka, der Ketten- und Partnerschaftsdichtung oder den immer beliebter werdenden Haibun (Prosa von der Länge eines DIN A4 Blatts mit integriertem oder abschließenden Haiku) befasst. In Hessen gibt es den Arbeitskreis Frankfurt, der vierteljährlich ein Seminar anbietet und einen in Wiesbaden, der sich ebenfalls zu festgelegten Zeiten trifft.

Sofern Sie sich dafür erwärmen können, sollten Sie sich nicht scheuen mit "uns" in Kontakt zu treten. Und damit Sie sich in etwa eine Vorstellung davon machen können, wie Szenen zu Haiku werden und was sich beim Lesen möglicherweise an weitergehenden Gefühlen entwickeln kann, mögen die beiden nach­fol­gen­den Haiku stehen:


Der Rohbau.
Ein junges Paar küsst sich
von Zimmer zu Zimmer.

A. Wienert


Der Zug fährt an -
sag dem Bruder,
ich werde schreiben

G. Börner


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