Literaturhaus Frankfurt

Frankfurt am Main


© Uwe Dettmar
Das Literaturhaus Frankfurt ist ein Ort der lite­rari­schen Begegnungen und der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer deutscher und internationaler Literatur. Neben der klassischen Autorenlesung und Buchpräsentationen finden regelmäßig Sach­buch­diskussionen statt wie "Streitfall - Autoren in der Kontroverse" (in Zusammenarbeit mit dem hr2) oder "ZeitBrüche - Diagnosen zur Gegenwart" (mit dem Institut für Sozialforschung). Das Literatur­ar­chiv Marbach öffnet im Literaturhaus regelmäßig "Zeitkapseln" mit neuen Funden und verborgenen Schätzen aus seinen Schriftsteller- und Gelehrten­nach­lässen. Monatlich präsentieren sich Frank­fur­ter Verlage bei den Verlegergesprächen mit Holger Ehling. Im Rahmen einer Kooperation mit der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt liest der jeweilige Inhaber der Poetik-Gastdozentur jeweils zum Abschluss im Literaturhaus aus seinen Wer­ken. "Lesung von A bis Z" - unter diesem Titel wur­de im März 2007 erstmals ein komplettes Buch gele­sen. Acht Abende brauchte Ulf Erdmann Ziegler für die Lesung seines Romandebuts "Hamburger Hoch­bahn" - ein Experiment, das großen Zuspruch er­fuhr, und sicher wiederholt wird.
Außerdem veranstaltet das Literaturhaus Frankfurt Symposien und Tagungen - so fand im September 2004 die Erste Frankfurter Literaturbiennale statt, die sich mit der Frage beschäftigte, wie sich die zeit­genös­sische deutschsprachige Literatur auf dem internationalen Markt durchsetzt. Die Zweite Frankfurter Literaturbiennale im Juni 2007 hatte es sich zur Aufgabe gemacht, über fünfzig Gästen aus dem Ausland (Übersetzern, Verlegern, Journalisten und Scouts) die neuesten Veröffentlichungen von fünfzehn deutschsprachigen Autoren vorzustellen. Hinzu kamen Diskussionen zur Übersetzungsförderung und Vermittlung deutschsprachiger Bücher ins Ausland sowie Verlegergespräche und Runde Tische zum Deutschen Buchpreis. Verbunden mit der Biennale ist die jährliche Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten "DekaBank-Preises des Literaturhauses Frankfurt zur Förderung der deutschen Literatur und Wissenschaft im Ausland".

Im April 2007 fanden erstmals die 1. Internationalen Lyriktage "Main Poesia" statt. Zum jährlich statt­fin­den­den Festival werden international etablierte Lyrikerinnen und Lyriker eingeladen.
Das Literaturhaus Frankfurt zeigt Ausstellungen zu literarischen Themen, wie etwa zu Robert Walser, Ernst Jandl, Hannah Arendt und Robert Gernhardt sowie Ausstellungen, die den Bogen von der Literatur zur bildenden Kunst schlagen, wie die Photographien von Péter Nádas und Barbara Klemm, Photomalereien von Rebecca Horn zu einem Manuskript von Martin Mosebach oder die Photographie- und Wortinstallationen zu Heiner Müller von seiner Witwe Brigitte Maria Mayer.

Während der Buchmesse ist das jeweilige Gastland mit Lesungen und Veranstaltungen im Haus vertreten.

Auch für Kinder und Jugendliche macht das Literaturhaus Frankfurt Programm: neben den Kinderbuch-Sonntagen, die seit Herbst 2007 wieder regelmäßig stattfinden, gibt es Schreibwerkstätten für Jugendliche unter Anleitung bekannter Frankfurter Autoren, die in 2007 durch die Werkstatt "open mike" - in Kooperation mit der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation - ergänzt wurden.

2005 erhielt das Literaturhaus Frankfurt den "Binding-Kulturpreis" für seine Aktivitäten und seine Bedeutung für das kulturelle Leben in der Stadt Frankfurt.

Anfang Oktober 2005 ist das 1991 gegründete Literaturhaus Frankfurt vom Westend ans Mainufer, in die wieder aufgebaute Alte Stadtbibliothek, gezogen. Seit der Neueröffnung haben zahlreiche Autoren im Haus am Main gelesen: u.a. Paul Nizon, Péter Nádas, Imre Kertész, Péter Esterházy, Nuruddin Farah, Friederike Mayröcker, Ingo Schulze, Durs Grünbein, Wilhelm Genazino, Michael Lentz, Sibylle Lewitscharoff, Lídia Jorge, Vikram Seth, Christoph Ransmayr, Alexander Kluge, Felicitas Hoppe, Ralf Rothmann, Marlene Streeruwitz, Ernst-Wilhelm Händler, Karl Dedecius, Urs Widmer, Silke Scheuermann, Andreas Maier, Peter Stamm und Jean Philippe Toussaint.


Kontaktdaten:
Literaturhaus Frankfurt

Schöne Aussicht 2
60311 Frankfurt am Main

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