Drawert, Kurt

Kurt Drawert, geboren 1956 in Hennigsdorf, wuchs bei Berlin sowie ab 1967 in Dresden auf. Nach einer Ausbildung zum Facharbeiter für Elektronik holte er das Abitur nach. Er übte verschiedene Hilfstätigkeiten aus, u. a. in einer Bäckerei, bei der Post und als Hilfskraft in der Sächsischen Landesbibliothek Dresden. Von 1982 bis 1985 studierte er am Literaturinstitut unter Johannes R. Becher in Leipzig, wo er ab 1984 auch seinen Wohnsitz hatte. Seit 1986 ist er als freier Schriftsteller tätig. 1993 zog er nach Osterholz-Scharmbeck bei Bremen. Es folgte eine Reihe von Auslandsreisen, u. a. nach Australien, Brasilien und Russland. Seit 1996 lebt Drawert in Darmstadt, wo er seit 2004 das Zentrum für junge Literatur leitet. Kurt Drawert, der bis zu seinem Austritt 1996 dem P.E.N.-Zentrum Deutschland angehörte, ist Mitglied der Freien Akademie der Künste zu Leipzig.

Erstveröffentlichung: „Zweite Inventur“, Gedichte (Berlin u. Weimar 1987). Danach folgten zahlreiche weitere Bände mit Gedichten, Essays und Prosa, Theaterstücke und Romane, z.B. „Wo es war“, Gedichte (Frankfurt/M. 1996), „Steinzeit“, Theaterstück (UA: Staatstheater Darmstadt 1999), „Rückseiten der Herrlichkeit“, Essays (Frankfurt/M. 2001), „Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte“, Roman (München 2008) und „Provokationen der Stille. Kritiken und Essays zur Literatur 1994–2011“ (Darmstadt 2012). Zuletzt erschienen „Was gewesen sein wird“, Essays 2004 bis 2014 (München 2015), „Der Körper meiner Zeit. Gedicht“ (München 2017) sowie eine von Peter Geist herausgegebene Ausgabe der Zeitschrift „TEXT + KRITIK“, die sich ausschließlich Kurt Drawert widmet (München 2017). Kurt Drawert hat zahlreiche Anthologien im In- und Ausland herausgegeben, z.B. „La Poésie Allemande Contemporaine“ (Paris 2001).
Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Uwe-Johnson-Preis (1994), den Werner-Bergengruen-Preis (2013), den Robert-Gernhardt-Preis 2014 und zuletzt den Lessingpreis des Freistaates Sachsen 2017. 2013 war er als Stipendiat des Hessischen Literaturrates in Prag.