Böhmer, Paulus

Paulus Böhmer (Pseudonym: Jan Lue Verrou), geboren 1936 als Paul Christoph Böhmer in Berlin. Er wuchs in Berlin und ab 1943 in Oberhessen auf. Nach dem Abitur studierte er in Frankfurt am Main Rechtswissenschaften, nach Studienabbruch tätig als Bauarbeiter. An der Technischen Universität Berlin begann er Architektur und bei Walter Höllerer Literatur zu studieren. Nachdem er auch diese Studien abgebrochen hatte, absolvierte er in Mannheim eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Ab 1967 lebte er als Stauden- und Ziergraszüchter im oberhessischen Nieder-Ofleiden. 1974 zog er nach Frankfurt am Main, arbeitete in der Werbung, schrieb und malte nebenher. Von 1985 bis 2001 war er Leiter des Hessischen Literaturbüros in Frankfurt, des heutigen Hessischen Literaturforums. Böhmer ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Erstveröffentlichung: „Liederbuch der Quantität“ (Stierstadt/Ts. 1963), unter dem Namen Paul Christoph Böhmer, mit Lithografien von Bernhard Jäger. Danach zahlreiche weitere Sammlungen mit zumeist rhythmisch-epischen Langgedichten, u. a. „Kaddish XI-XXI“ (Frankfurt/M. 2007), „Am Meer. An Land. Bei mir“ (Ostheim/Rhön 2010). Zusammen mit seiner Frau Lydia Böhmer hat er Gedichte von Jehuda Amichai und Asher Reich aus dem Hebräischen übersetzt.
Für sein Werk wurde er u.a. ausgezeichnet mit dem Hölty-Preis für Lyrik (2010), der Goethe-Plakette des Landes Hessen (2011) und dem Robert-Gernhardt-Preis (2013).