Anderson, Sascha

Sascha Anderson, geboren 1953 in Weimar, lebt in Berlin und Frankfurt/M. Ausbildung zum Schriftsetzer in Dresden. 1972 arbeitete er als Zerspaner und als Hilfskraft in einem Antiquariat. Danach Volontariat bei der DEFA in Babelsberg sowie Autor an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam. Es folgten Nebenjobs wie Nachtpförtner, Gleisbauarbeiter und Hausmeister. In den 1980er Jahren galt er als einer der bedeutendsten Protagonisten der alternativen Künstlerszene im Prenzlauer Berg. Er veröffentlichte zahlreiche Untergrund-Publikationen und spielte in mehreren Rockgruppen. Zugleich war er seit 1975 unter den Decknamen David Menzer und Fritz Müller ein Informant der Staatssicherheit. Anderson war 1990 Mitbegründer des Lyrikverlages Druckhaus Galrev. 1996 gründete er gemeinsam mit Bert Papenfuß-Gorek die Edition Poetische Boegen. Seit 2006 gibt er ebenfalls mit Papenfuß die Reihe Black Paperhouse im Gutleut Verlag Frankfurt a. M. heraus. Er arbeitet außerdem als Layouter und Texter für Rockbands.

Er debütierte mit dem Gedichtband „Jeder Satellit hat einen Killersatteliten“ (Berlin 1982). Es folgten zahlreiche weitere Gedichtbände, oft mit bildnerischen Beigaben bekannter deutscher Künstler (z.B. A. R. Penck). Mit seiner vielbesprochenen Autobiographie „Sascha Anderson“ (Köln 2002) konnte er die Erwartungen des Publikums hinsichtlich seiner Stasi-Verstrickungen nicht erfüllen. Zuletzt veröffentlichte er „Crime Sites – nach Heraklit. Gedichte 1998-2005“ (Frankfurt/M. 2006), „Totenhaus. Novelle“ (Frankfurt/M. 2006) und „DA IST… 33 Gedichte über Kunst oder Leben“ (Frankfurt/M. und Weimar 2008).
Er wurde u.a. ausgezeichnet mit dem Arbeitsstipendium für Berliner Schriftsteller (1989) und dem Stipendium für die Villa Massimo in Rom (1991 wegen der Stasi-Affäre ausgesetzt, zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch genommen).