Freies Deutsches Hochstift

Goethes Elternhaus am Großen Hirschgraben zählt zu den berühm­testen und beliebtesten Dichter-Gedenkstätten Deutschlands. Weniger bekannt ist, dass das Goethe-Haus einer literarisch-wissenschaftlichen Gesellschaft gehört: dem Freien Deutschen Hochstift. Es vereinigt in sich Memorialstätte, Gemäldegalerie, Handschriftenarchiv, Graphische Sammlung und Bibliothek. Die 1859 gegründete Institution mit dem Doppelnamen ist eines der ältesten literatur- und kunst­wissen­schaft­lichen Forschungsinstitute Deutschlands, in dessen Verantwortung eines der ältesten deutschen Literatur­museen liegt. In die Öffentlichkeit wirkt die Institution außer mit dem Goethe-Haus und dem Goethe-Museum, die Jahr für Jahr etwa 100.000 Besucher aus aller Welt anziehen, in erster Linie mit einem umfassenden Veran­stal­tungs­programm. Die Lesungen, Rezitationen, Vorträge, Ausstellungen und Konzerte haben nicht nur Goethe zum Thema, sondern reichen bis in die Moderne. Sie stehen nicht nur den ca. 2.000 Mitgliedern offen, sondern allen interessierten Gästen. Das Goethe-Haus bildet seit 1863 den anschaulichen und ideellen Mittelpunkt der Institution. Als eine genaue Rekons­truk­tion des im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten Baus, den Johann Caspar Goethe, der Vater des Dichters 1755/1756 errichtete, dokumentiert es in sechzehn Räumen auf vier Etagen die häusliche Welt, in der Johann Wolfgang Goethe seine Kindheit und Jugend verlebte. Da das gesamte Inventar rechtzeitig ausgelagert wurde und den Krieg ohne Schaden überstand, vergegenwärtigt das Haus die Lebens­welt einer wohlhabenden Bürgerfamilie in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der Wohlstand der Familie zeigt sich noch heute beispielsweise im Gemäldekabinett und in der beacht­lich umfangreichen Bibliothek, die der Vater im Laufe der Jahre anlegte. Vor allem diesen beiden Sammlungen ver­dankte der Sohn ungezählte Anregungen. Hier verfasste er seine vom „Sturm-und-Drang“ geprägten ersten Werke, darun­ter „Götz von Berlichingen“ und „Die Leiden des jungen Werthers“. Das Frankfurter Goethe-Museum, 1897 gleichzeitig mit der Bibliothek neben dem Elternhaus des Dichters errichtet, ist eine Galerie der Goethezeit, die Goethes Verhältnis zu Kunst und Künstlern seiner Epoche veranschaulicht. Darüber hinaus stellt es den Dichter und seinen Wirkungskreis im Bild vor. Der bildenden Kunst maß Goethe, der selbst Zeichner und Sammler war, zeit seines Lebens größte Bedeutung zu. Die vierzehn Räume des Museums bieten einen Rundgang, dessen Spektrum von den Frankfurter Malern des Spätbarock bis zur deutschen Romantik reicht und so bedeutende Namen wie Johann Heinrich Füssli, Angelica Kauffmann, Jacob Philipp Hackert, die Malerfamilie Tischbein und Caspar David Friedrich einschließt. Das Handschriftenarchiv (etwa 40.000 Einheiten von Goethe und seinen Zeitgenossen, den Romantikern, vor allem Novalis, Clemens von Brentano, Bettine und Achim von Arnim und Joseph von Eichendorff), die Graphische Sammlung (ca. 15.000 Objekte) und eine öffentlich zugängliche auf die Zeit von 1740 bis 1840 konzentrierte Spezialbibliothek rund um Goethe und die Romantik (ca. 100.000 Bände) dienen der Erfor­schung der Goethezeit, ein großes Hofmannsthal-Archiv der der Klassischen Moderne. Das Freie Deutsche Hochstift gibt ein Jahrbuch heraus und besorgt die Frankfurter Ausgabe der Werke und Briefe Clemens Brentanos sowie die kritische Ausgabe der Werke Hugo von Hofmannsthals, dessen Bibliothek 1968 ebenfalls in die Bibliothek des Freien Deutschen Hochstifts gelangte.

Öffnungszeiten des Goethe-Hauses und des Goethe-Museums:
Montag bis Samstag, 10:00 – 18:00 Uhr; Sonn- und Feiertage, 10 – 17:30 Uhr

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(0 69) 138 80-2 22
Freies Deutsches Hochstift, Frankfurter Goethe-Museum
Großer Hirschgraben 23-25
60311
Frankfurt am Main
(0 69) 138 80-0