Reichelsheimer Märchen- und Sagentage

Immer am letzten Wochenende des Oktobers zeigt sich die Märchenhauptstadt des Odenwaldes – Rei­chelsheim – von ihrer märchenhaften Seite. Die Ver­an­staltung gilt – neben den Berliner Mär­chen­tagen – als eine der interessantesten und viel­fäl­tigsten ihrer Art und vereint Ausflugserlebnis und Kin­der­paradies beim mittelalterlichen Possenspiel mit kul­tu­rell anspruchsvollen Veranstaltungen für Er­wach­sene, so heißt es in einer Mitteilung des Deut­schen Journalistendienstes. Kurzurlauber kön­nen die Gelegenheit nutzen, in dieser mär­chen­haf­ten Re­gion Südhessens Feuerspucker und Gaukler an mehreren Stellen im Ort zu erleben, ebenso Mär­chen und Sagen professioneller Märchenerzähler, Autorenlesungen und Theateraufführungen, einen verkaufsoffenen Sonntag mit zahlreichen Attraktionen der Gewerbetreibenden, und als Höhepunkt den Märchenfestabend mit Verleihung des Wildweib­chen­preises. Bisher gehörten zu den Preisträgern der Märchen und Sagenreichen Gegend große Namen der deutschen Märchen- und Jugendliteratur, wie Willi Fährmann, Hans-Christian Kirsch (Fredrik Hetmann), Otfried Preußler, Michail Krausnick, Cornelia Funke, Paul Maar, Christine Nöstlinger, Sigrid Früh, Heinrich Pleticha, Erhardt Dietl, Heinz Rölleke, Sabine Friedrichson, Kirsten Boie und Hannelore Marzi. Die Reichelsheimer Märchen- und Sagentage ziehen zu den über sechzig Veranstaltungen mit mehr als zweihundert Akteuren und Künstlern von Freitag bis Sonntag über 50.000 Besucher an. Und immer wieder gelingt es der Gemeinde herauszustellen, dass Vermarktung und wirtschaftliches Interesse nicht im Zentrum stehen, sondern es vielmehr darum geht, wertvolle Traditionen und Bräuche am Leben zu erhalten, die Bedeutung von Märchen und Sagen in unseren Tagen hervorzuheben und in einer Zeit der Glo­ba­li­sierung den Wert von Heimat und Identität vor Augen zu führen. Durch die jährliche Vergabe eines neuen Mottos bleibt die Spannung der Reichelsheimer Märchen- und Sagentage stets erhalten und weckt immer wieder aufs Neue die Neugier bei Groß und Klein. Einen ganz besonderen Raum nimmt das literarische Programm mit Vorträgen, einer Märchenerzählreihe sowie dem Renner für Erwachsene, die „Lang Nacht der Märchen“ ein. Ergänzt mit einem vielseitigen Rahmenprogramm mit Kindertheatern, einem großen Mittelaltermarkt und zahlreichen Aktionen und Attraktionen beim verkaufsoffenen Sonntag, bietet Reichelsheim ein attraktives Programm für die ganze Familie. Und der Wildweibchen-Preis, woher stammt der Name eigentlich? Es gibt ihn wirklich, den „Wild­weib­chen­stein“. Hoch reckt sich diese Steinformation im Rodensteiner Burgwald, unweit der Freiheit bei Laudenau und der Ruine Rodenstein. Am Fuße dieses Granitblocks befand sich eine Höhle, in der im frühen Mittelalter die „Wilden Weibchen“ gehaust haben sollen. Diesen Weibchen werden gute und böse Taten nachgesagt. So waren sie bekannt für Weissagungen, warnten vor schlimmen Wintern, Hunger- und Pestjahren, halfen mit Kräutern gegen allerlei Gebrechen, straften jedoch auch böse Menschen und solche, die ihr Geheimnis ergründen wollten. So hat der „Wildweibchen-Preis“ seine Wurzeln in dieser sagenreichen Region und macht ihn einzigartig. Er besteht aus einem Preisgeld von 1500 €, einer Urkunde und einer Skulptur, die im Wechsel von zwei großen Sponsoren gestiftet wird. Eingerahmt in einen Märchenfestabend, der von zahlreichen kleinen und großen Reichelsheimer Künstlern gestaltet wird, erfährt die Verleihung einen würdigen Rahmen.

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Reichelsheimer Märchen- und Sagentage, Gemeinde Reichelsheim
Bismarckstraße 43
64385
Reichelsheim
Jochen Rietdorf
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