Literaturgesellschaft Hessen e.V.

1996 in Frankfurt gegründet, hat die „Literatur­ge­sell­schaft Hessen“ die Ziele und Inhalte des bis 1995 bestehenden „Fördervereins deutscher Schrift­steller“ übernommen, der seit 1976 an der Seite des VS Hessen (Verband deutscher Schrift­stel­ler in verdi) aktiv war. Seine Hauptaufgabe bestand von jeher darin, einmal im Jahr „Au­to­ren­ta­ge“ auszurichten. Seit der Existenz der LIT wur­den diese in „Hessische Literaturtage“ umgetauft. Sie finden in wechselnden hessischen Städten statt und bieten Schullesungen an, Kindertheater, präsentieren Neuerscheinungen hessischer Au­to­rinnen und Autoren, Poetry Slam und andere Literaturveranstaltungen. Dabei ist uns die Zu­sam­men­arbeit mit örtlichen Kultureinrichtungen wichtig. Grundsätzlich ist die LIT der Förderung von Lite­ratur verpflichtet. Erster Vorsitzender war der Frankfurter Autor Hein­rich Droege. Nach dem Tod von Grün­dungs­mitglied Dr. Gerhard Beier schrieb die LIT den „Gerhard-Beier-Literatur-Preis“ aus, der 2006 zum dritten Mal vergeben worden ist. Der Preis beziffert sich auf 1.500 Euro und wird für ein ver­öf­fent­lichtes, literarisches Werk vergeben, das auch gesellschaftspolitische Bezüge aufweist, und von einem/einer hessischen Autor/in verfasst wurde. Der Beierpreis 2006 ist am 16. Mai in der Stadt­bü­che­rei Kronberg an Maike Wetzel vergeben wor­den. Voraussichtlich wird der nächste Beierpreis für 2008 ausgeschrieben. Viele Jahre lud die LIT zu einem literarischen Früh­stück ein, seit 2005 im Café Wiesengrund, Frank­furt. Dort stellten wir z.B. die amerikanische Sti­pen­diatin Paula Sergi, einige hessische Kleinverlage (2005), den litauischen Stipendiaten Marius Ivas­kevicius (2006) und den neuesten Roman der Frankfurter Autorin Kucera (2007) vor. Das Früh­stück war gedacht als Ort des Gesprächs. Nach­dem die Jahresversammlung 2006 den Preis (für das Frühstück) als zu hoch eingeschätzt hat, ruht das Projekt bis auf weiteres. Im März 2006 erschien das Buch „Hessische Li­te­ra­tur im Porträt“ (Jonas-Verlag), an dessen Ent­stehen die LIT durch jahrelange Förderung beteiligt ist. Die Porträtfotos hessischer AutorInnen wurden in Kronberg, Fulda, Rüsselsheim, Limburg, auch im Frankfurter Palais Jalta und in der Stadtbücherei ausgestellt. Daraus entstand ein Buch, in dem 52 hessische AutorInnen mit kurzen Textbeispielen vorgestellt werden (Fotografin: Ramune Pigagaite, herausgegeben von Renate Chotjewitz-Häfner). Nach Kräften unterstützt die LIT auch das Frank­fur­ter Literaturtelefon, 069-24 24 60 21. Ihre Projekte werden u.a. vom Hessischen Minis­te­ri­um für Wissenschaft und Kunst und vom Amt für Wissenschaft und Kunst in Frankfurt unterstützt.

Ein Beispiel: Die LIT auf dem Museumsuferfest in Frankfurt
Traditionsgemäß im August, fand das Frankfurter Museumsuferfest im Jahr 2006 vom 7. -9. Juli statt, mitten im Fußballtrubel. Die LIT belebte zusammen mit dem VS ein Zelt neben dem Eisernen Steg, „Poets’ Corner“ genannt:

  • Ingo Cesaro und seine Frau druckten hier wie zu Gutenbergs Zeiten auf ihrer mobilen Handpresse. Ge­dul­dig und mit nie erlahmender Begeisterung leiteten sie Interessenten beim Setzen und Drucken eigener oder anderer Texte an.
  • Der Mainzer Performancekünstler „Dr. Treznok“ tippte am Samstag auf seiner antiken Schreibmaschine Ge­dichte, die er schweigend mittels tiefer Blicke in die Augen des oder der vor ihm Sitzenden deren Gehirn entlockte.
  • Die offene Bühne wurde am Samstag von Bloeck & Band poetisch/musikalisch und sehr pub­li­kums­wir­ksam beherrscht. Am Sonntag hatten wir kein Mikro, doch der Nachbar Skoda lieh uns seins für fünf Mi­nu­ten! So konnte der bengalische Dichter Sajjadul-Hassan ein Gedicht auf bengalisch vortragen, das anschließend in der deutschen Übertragung für alle verständlich wurde.
  • Am Sonntag las ich einigen Kindern ein Märchen von Hanna Dunkel vor und konnte sie fesseln. Wie gern sich doch Kinder was vorlesen lassen! Leider hatten die Eltern nie genug Zeit, dass wir bis zum Ende ge­kommen wären.

Einige Texte und Bilder von hessischen Autoren hingen im Zelt und warben für das Buch „Hessische Literatur im Porträt“.

Barbara Höhfeld

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Maximilianstr. 9
60385
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Barbara Höhfeld (Vors.)