Söllner, Werner

Werner Söllner, geboren 1951 in Neupanat (rumänisch: Horia), Rumänien. Studium der Physik, Germanistik und Anglistik in Klausenburg (rumänisch: Cluj-Napoca). Während des Studiums wurde er vom rumänischen Geheimdienst Securitate zunächst mehrfach zu seinen eigenen Texten und Anschauungen verhört, dann auch über Freunde, Dozenten und Kollegen. Nach dem Studium war er kurzzeitig Lehrer in Bukarest, wo ihm der Absprung aus den Fängen der Securitate, die ihn bis dahin als IM führte, gelang. Er verweigerte in Bukarest jede Zusammenarbeit, und kurze Zeit später eröffnete die Securitate gegen ihn einen Operativen Vorgang wegen angeblicher staatsfeindlicher Umtriebe. Von 1976 bis 1982 war er Lektor für deutschsprachige Literatur im Bukarester Kinderbuchverlag. Seine verlegerische Tätigkeit war für die rumäniendeutsche Kinderliteratur von großer Bedeutung, er trug maßgeblich zu ihrer Erneuerung bei. 1982 siedelte er in die Bundesrepublik Deutschland über; er lebt seitdem in Frankfurt am Main. 1991/92 war er Zuger Stadtbeobachter, 1997/1998 war er Gastdozent am Dartmouth College und am Oberlin College. Seit 2002 Leiter des Hessischen Literaturforums im Mousonturm in Frankfurt am Main. Von dieser Stellung trat er Anfang 2010 freiwillig zurück.

Werner Söllner ist hauptsächlich Verfasser von Gedichten, zuletzt veröffentlichte er die Gedichtbände „Kopfland. Passagen“ (Frankfurt 1988), „Der Schlaf des Trommlers“ (Zürich 1992) und "Knochenmusik" (Frankfurt 2015). Bekannt sind auch seine Nachdichtungen des rumänischen Lyrikers Mircea Dinescu.
Für sein Werk erhielt er u.a. den Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises (1988), den Förderpreis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie (1992) sowie die Eugen Viehof-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung (1996).