Zschorsch, Gerald

Vita

Gerald Zschorsch, geboren 1951 in Elsterberg. Wegen seiner Solidaritätsbekundungen mit dem Reformprojekt des Prager Frühlings und des Verteilens von antisowjetischen Flugblättern wurde er 1968 verhaftet. Von 1970 bis 1971 arbeitete er als Regieassistent und Bühnenarbeiter am Theater in Plauen. Auf einem Vierländertreffen 1972 in Plauen wurde Zschorsch, der dort eigene Gedichte rezitiert hatte, erneut verhaftet und zu fünfeinhalb Jahren verschärften Strafvollzugs verurteilt. 1974 wurde ihm die Staatsbürgerschaft der DDR aberkannt. Zschorsch wurde auf Veranlassung der Bundesregierung als politischer Häftling freigekauft und übersiedelte in die Bundesrepublik. Er studierte Literatur und Philosophie in Gießen. Seitdem lebt er als freier Autor in Frankfurt am Main. Seit 2010 ist er Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste.

Werkauswahl
Erstveröffentlichung: „Glaubt bloß nicht, dass ich traurig bin“, Prosa, Lieder (Berlin 1977). Danach erschienen u.a.: „Der Duft der anderen Haut“, Gedichte (Frankfurt/M. 1982); „Stadthunde“, Gedichte (Stuttgart 1986); „In den Straßen“, Gedichte aus Frankfurt (Stuttgart 1994); „Torhäuser des Glücks. Die Gedichte“ (Frankfurt/M. 2004). Zuletzt erschienen: „Es war einmal eine Frau“, Gedichte (Berlin 2011).
Auszeichnungen
Gerald Zschorsch wurde u.a. ausgezeichnet mit dem Rom-Stipendium in der Villa Massimo (1980), der Adolf-Mejstrik-Ehrengabe für Lyrik sowie einem Preis der Deutschen Schillerstiftung von 1859 (2001). 2006/2007 war er Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg.