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Autorenresidenzen im ländlichen Raum mit Safiye Can und Robert Stripling

Hessischer Literaturrat setzt Pilotprojekt „Autorenresidenzen im ländlichen Raum“ mit Safiye Can und Robert Stripling um

Zum Jahresende startete der Hessische Literaturrat das Pilotprojekt „Autorenresidenzen im ländlichen Raum“. Das Projekt, das im Rahmen der Kulturellen Bildung vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst finanziert wird, findet in den Städten Laubach im Landkreis Gießen und Münzenberg im Wetteraukreis statt. Am 12. Dezember trat die Lyrikerin und Bestsellerautorin Safiye Can, die 2016 u.a. mit dem Else-Lasker-Schüler-Lyrikpreis 2016 ausgezeichnet wurde und zuletzt beim Wallstein Verlag ihren Gedichtband „Kinder der verlorenen Gesellschaft“ veröffentlichte, ihre Zeit in Laubach an. Bereits am 27. November begann Robert Stripling – Gewinner des Lyrikpreises des Open Mike 2014 – seinen Aufenthalt in Münzenberg, wo er im engen Austausch mit der lokalen Bevölkerung steht.

Das Aufenthaltsstipendium soll die Schreibenden als auch die ländlicheren Regionen Hessens gleichermaßen fördern. Ziel ist es, dass sich Safiye Can und Robert Stripling mit der lokalen Bevölkerung und der (Kultur-)Geschichte der Orte auseinandersetzen. Dabei soll auch ein literarisches ‚Ergebnis‘, ob Lyrik, Prosa oder andere Formen bleibt dabei offen, am Ende stehen sowie eine Lesung, die den einmonatigen Aufenthalt Anfang Januar abschließt. Zugleich bringt das Projekt zusätzliche kulturelle Impulse und Veranstaltungen in den ländlichen Raum, der dahingehend leider oft zu kurz kommt.

Die Stipendien, die im Januar zu ihrem Ende kommen, schließen mit einer Veranstaltung und einem Abschlussprojekt von Safiye Can und Robert Stripling ab. Am Samstag, den 6. Januar, um 20 Uhr liest Robert Stripling im Kulturhaus Alte Synagoge (Am Junkernhof 14, 35516 Münzenberg) aus seinen Texten und präsentiert auch den in Münzenberg entstandenen Band „Der Schreiberling“. Am Sonntag, den 4. Februar, um 18 Uhr liest dann Safiye Can aus ihrem Werk in der Schlossbibliothek des Schlosses Laubach und präsentiert ihr Abschlussgeschenk an die Stadt.

Safiye Can, geboren als Kind tscherkessischer Eltern in Offenbach am Main, studierte Philosophie, Psychoanalyse und Rechtswissenschaft in Frankfurt am Main. Sie schreibt Lyrik und Prosa und ist als literarische Übersetzerin tätig. Alle Lyrikbände der Autorin wurden kurz nach Publikation zu Lyrikbestsellern. Safiye Can ist Gründerin der Schreibwerkstatt „Dichter-Club“. Sie wurde mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Else-Lasker-Schüler-Lyrikpreis (2016) und dem Alfred Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur (2016). Can arbeitet als Dichterin eng mit dem hr zusammen, war zuletzt Gastdozentin an der Uni-Kassel (2017) sowie an der Northern Arizona University in Arizona/USA (2017). Die Dichterin lebt in Offenbach am Main.

Veröffentlichungen:

„Kinder der verlorenen Gesellschaft“. Gedichte (2017); „Diese Haltestelle hab ich mir gemacht“. Gedichte (2015); Das Halbhalbe und das Ganzganze“, Erzählung (2014); „Rose & Nachtigall“. Gedichte (2014) sowie als Übersetzerin und Hrsg.: „Im Herzen ein Kind in der Tasche ein Revolver“, Gedichte mit Hörbuch (2016)

Der Stipendiat Robert Stripling, geboren 1989 in Berlin, lebt in Frankfurt am Main und studiert dort Philosophie und Kunstgeschichte. Nachdem er sowohl in der Altenpflege als Pflegeassistent tätig war aber auch an Produktionen des „jungenschauspielhannover“ und des „Schauspiel Frankfurt“ mitarbeitete, folgten Bühnenauftritte mit Texten von Friedhelm Kändler, Soundinstallationen mit Daniela Seel sowie Solo-Lesungen mit Schlagwerk. 2014 wurde er im Rahmen seiner Arbeit zum PROSANOVA-Festival eingeladen und mit dem Lyrikpreis des „Open Mike“ ausgezeichnet. 2017 nahm er an der Prosawerkstatt des LCB teil. Er veröffentlichte bereits in zahlreichen Literaturzeitschriften (u.a.: Bella Triste, Der Greif, Neue Rundschau und STILL) und ist Mitorganisator der erfolgreichen Lyriklesereihe „Salon Fluchtentier“ in Frankfurt am Main.

(c) Michael Wagener Gutleut Fotografie


Hörspiel im Haus. Über Literatur im Radio – Podcast von hr2-kultur

Am 6. Juni blickten Hans Sarkowicz (hr2-kultur) und Adrienne Schneider (Literaturhaus Darmstadt) hinter die Kulissen der Hörspielentstehung. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe „Hinter den Worten: Literatur gestalten in Hessen“ in Kooperation mit dem Literaturhaus Darmstadt unter dem Titel „Hörspiel im Haus. Über Literatur im Radio“ statt.

Wer entscheidet, welches Buch zum Hörspiel wird, wie findet man die richtigen Stimmen, und was macht eigentlich ein Regisseur? Im Gespräch mit Adrienne Schneider erlaubte Sarkowicz dem Publikum einen Blick hinter die Kulissen und präsentierte in Hörspielausschnitten über 90 Jahre Radiogeschichte, darunter auch Werke der Darmstädter Autoren Wolfgang Weyrauch und Robert StrombergerHier können Sie die gekürzte Aufzeichnung der Veranstaltung hören.


Neue Veranstaltungsreihe des Hessischen Literaturrates:
Personen, die das Literaturland Hessen prägen

„Hinter den Worten: Literatur gestalten in Hessen“ – So lautet der Titel der neuen Reihe der Häuser der Literatur im Hessischen Literaturrat, welche diese mit Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und hr2-kultur in Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Kassel und Wiesbaden veranstalten. Der Titel umschreibt bereits die Konzeption der Reihe: Es werden Personen vorgestellt, die durch ihr vielfältiges Schaffen das Literaturland Hessen prägen. „Die Bandbreite reicht von der Autorenlesung mit Gespräch über die Podiumsdiskussion bis zum Reflexionstalk. Dabei kommt der Autor ebenso wie der Regisseur, Buchgestalter, Illustrator, Verleger, Hörspielautor oder Akteur aus dem Bereich Kinder- und Jugendbuch zu Wort“, erläutert Katharina Dietl, die Kuratorin der Reihe, das Konzept von „Hinter den Worten“. Gefördert werden die Veranstaltungen vom Hessischen Literaturrat und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Auftakt der Reihe war eine Tagung am 23. September 2016 unter dem Motto: „Titel, Themen und kein Geld? Hessische Förderprogramme für Autoren und Verlage“ in Kooperation mit der Katholischen Akademie Rabanus Maurus und hr2-kultur im Haus am Dom in Frankfurt. Die weiteren Veranstaltungen der Reihe fanden am 11. Oktober 2016 in Gießen mit Guntram Vesper, am 24. November 2016 in Wiesbaden mit Leif Randt und Alexander Eisenach, am 9. Februar in Kassel mit Friedrich Forssmann, Markus Lefrançois, Rita Fürstenau und Katharina Hesse zur Ästhetik des Buches unter dem Motto „Das Auge liest mit“, am 19. April 2017 in Frankfurt mit Markus Weber, Antje Herden, Eva Kutter und  Fridtjof Küchemann (Moderation) zum „Abenteuer Buch“ und am 6. Juni 2017 in Darmstadt zum Hörspiel mit Hans Sarkowicz (hr2-kultur) und Adrienne Schneider (Literaturhaus Darmstadt) statt.

Podcasts zum Nachhören gibt es zu folgenden Veranstaltungen:

Frankfurt (Haus am Dom), 23. September 2016: „Titel, Themen und kein Geld?“
Kassel, 9. Februar 2017: „Das Auge liest mit“
Frankfurt (Literaturhaus), 19. April 2017: „Abenteuer Buch“
Darmstadt, 6. Juni 2017: „Hörspiel im Haus. Über Literatur im Radio“