Stipendiaten

Desroziers, Marianne
Vita

Marianne Desroziers, geboren 1978, lebt und arbeitet in Bordeaux. Seit 2011 leitet sie das Literaturmagazin  „L’Ampulle“. Sie schreibt Prosa und Lyrik und leitet Schreibworkshops. Ihre Kurzgeschichten und Gedichte sind in mehr als 40 Zeitschriften und Anthologien in Frankreich, Kanada und Israel erschienen.

Marianne Desroziers (Aquitaine) war im September und Oktober 2015 zu Gast in Hessen.

Werkauswahl
Marianne Desroziers veröffentlichte bisher vier Bücher: „Lisières“ (2012, Les penchants du roseau) „L'enfance crue“ (2014, Lunatique), „Ma mère en automne“ (2017, Gros Textes) und zuletzt „Fantasmagories. Contes noirs et flamboyants“ (2018, Éditions de l'Abat-Jour).
Auszeichnungen
2016 erhielt Marianne Desroziers ein Schreibstipendium von der Stadt Le Mans.
Djafari, Nassir
Vita

Nassir Djafari, geboren 1952 im Iran, studierte Volkswirtschaftslehre in Frankfurt am Main und war in verschiedenen Funktionen für die deutsche und internationale Entwicklungszusammenarbeit tätig. Er hat zahlreiche Beiträge über die politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Länder des globalen Südens veröffentlicht und sich zu integrationspolitischen Themen geäußert. In seinen Romanen spürt er den Fragen der Identität und Zugehörigkeit nach. Nassir Djafari lebt in Wehrheim.

Von Mitte November bis Mitte Dezember 2023 war er als Stipendiat des Hessischen Literaturrats und des Prager Literaturhauses zu Gast in Prag.

Werkauswahl
2020 erschien sein Debütroman „Eine Woche, ein Leben“; 2022 sein zweiter Roman „Mahtab“ (beide Sujet Verlag).
Dorn, Stephan
Vita

Stephan Dorn, Jahrgang 1987, studierte bis 2017 Angewandte Theaterwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen und ist Autor von Theater- und Songtexten und Kurzgeschichten. Von 2006 bis 2009 arbeitete er zunächst als Hospitant, dann als Regieassistent am Deutschen Theater Göttingen. Sein in Zusammenarbeit mit seiner langjährigen Schreibpartnerin Gesa Bering entstandenes Masterabschlussprojekt, die Performance „Aufgegebenes“, wurde im Oktober 2017 im Künstlerhaus Mousonturm uraufgeführt. Zusammen mit Falk Rößler und Nele Stuhler ist Stephan Dorn Mitglied und Begründer der Gruppe FUX. Ihr Hörspiel „Fux gewinnt 4/3“ kann man noch bis zum 15. Oktober 2018 auf Deutschlandradio nachhören.

Stephan Dorn war im September 2017 zu Gast in Vilnius (Litauen).

 

Werkauswahl
Zu Stephan Dorns zahlreichen Performances als Autor, Regisseur und Darsteller zählen u.a. die Gastspiele Dorn ° Bering: „ORDNUNG“ und „Post hoc...“ im Theaterdiscounter Berlin, bei den Hessischen Theatertagen im Staatstheater Darmstadt und beim OUTNOW! Festival Bremen und „Fux gewinnt“ 3/3, das 2016 in den Münchner Kammerspielen uraufgeführt wurde. Das mit der Gruppe FUX entstandene Hörspiel „Fux gewinnt 4/3“ wurde erstmals 2017 auf Deutschlandradio ausgestrahlt.
Auszeichnungen
Stephan Dorns Kurzfilm „Don’t Stop“ gewann 2017 den Jurypreis des Festivals „Choregraphic Captures“ in Winterthur sowie 2018 den Publikumspreis des „Linse“-Filmfestivals in Bochum. Die Gruppe FUX, deren Mitbegründer und Mitglied er ist, wurde für ihre Arbeiten in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute als Nachwuchskünstler des Jahres 2014 und 2016 nominiert und 2016 mit dem Ponto Performance Preis der Jürgen Ponto Stiftung ausgezeichnet.
Drawert, Kurt
Vita

Kurt Drawert, geboren 1956 in Hennigsdorf, wuchs bei Berlin sowie ab 1967 in Dresden auf. Nach einer Ausbildung zum Facharbeiter für Elektronik holte er das Abitur nach. Er übte verschiedene Hilfstätigkeiten aus, u. a. in einer Bäckerei, bei der Post und als Hilfskraft in der Sächsischen Landesbibliothek Dresden. Von 1982 bis 1985 studierte er am Literaturinstitut unter Johannes R. Becher in Leipzig, wo er ab 1984 auch seinen Wohnsitz hatte. Seit 1986 ist er als freier Schriftsteller tätig. 1993 zog er nach Osterholz-Scharmbeck bei Bremen. Es folgte eine Reihe von Auslandsreisen, u. a. nach Australien, Brasilien und Russland. Seit 1996 lebt Drawert in Darmstadt, wo er seit 2004 das Zentrum für junge Literatur leitet. Kurt Drawert, der bis zu seinem Austritt 1996 dem P.E.N.-Zentrum Deutschland angehörte, ist Mitglied der Freien Akademie der Künste zu Leipzig.

Kurt Drawert war im Jahr 2013 zu Gast in Prag/Tschechien.

Werkauswahl
Erstveröffentlichung: „Zweite Inventur“, Gedichte (Berlin u. Weimar 1987). Danach folgten zahlreiche weitere Bände mit Gedichten, Essays und Prosa, Theaterstücke und Romane, z.B. „Wo es war“, Gedichte (Frankfurt/M. 1996), „Steinzeit“, Theaterstück (UA: Staatstheater Darmstadt 1999), „Rückseiten der Herrlichkeit“, Essays (Frankfurt/M. 2001), „Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte“, Roman (München 2008) und „Provokationen der Stille. Kritiken und Essays zur Literatur 1994–2011“ (Darmstadt 2012). Zuletzt erschienen „Was gewesen sein wird“, Essays 2004 bis 2014 (München 2015), „Der Körper meiner Zeit. Gedicht“ (München 2017) sowie eine von Peter Geist herausgegebene Ausgabe der Zeitschrift „TEXT + KRITIK“, die sich ausschließlich Kurt Drawert widmet (München 2017). Kurt Drawert hat zahlreiche Anthologien im In- und Ausland herausgegeben, z.B. „La Poésie Allemande Contemporaine“ (Paris 2001).
Auszeichnungen
Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Uwe-Johnson-Preis (1994), den Werner-Bergengruen-Preis (2013), den Robert-Gernhardt-Preis 2014 und zuletzt den Lessingpreis des Freistaates Sachsen 2017. 2013 war er als Stipendiat des Hessischen Literaturrates in Prag.
Einzmann, Nadja
Vita

Nadja Einzmann, geboren 1974 in Malsch bei Karlsruhe, lebt und arbeitet als Autorin und Redakteurin in Frankfurt am Main. Sie wuchs in Gernsbach auf, wo sie 1993 das Abitur machte. Es folgte ein Studium der Germanistik und Kunstgeschichte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Nadja Einzmann war im Jahr 2011 zu Gast in der Aquitaine (Frankreich).

Werkauswahl
Nadja Einzmann veröffentlichte Gedichte und Erzählungen in Zeitschriften und Anthologien. Zu ihren Werken zählen "Da kann ich nicht nein sagen. Geschichten von der Liebe", Erzählungen (2001) und "Dies und das und das. Porträts" (2006), beide erschienen im S. Fischer-Verlag. Geschichten von Nadja Einzmann werden verschiedentlich als Unterrichts- und Prüfungsthema im Schulfach Deutsch verwendet. So war ihre Kurzgeschichte "An manchen Tagen" in Baden-Württemberg Teil der Realschulabschlussprüfung 2009 in Deutsch, und beim Zentralabitur 2009 in Nordrhein-Westfalen stand ihre Kurzgeschichte "Etwas zu Erzählen?" als Thema zur Auswahl.
Auszeichnungen
Sie wurde 1998 im Rahmen des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen sowie im Jahr 2002 mit dem Georg-K.-Glaser-Förderpreis ausgezeichnet. 2007 erhielt sie den Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises der Stadt Bad Homburg. 2011 war Nadja Einzmann Stipendiatin des Hessischen Literaturrates in der Aquitaine (Frankreich).
Falb, Daniel
Vita

Daniel Falb zu Gast in der Aquitaine/ Frankreich im Jahr 2012.
Daniel Falb, geboren 1977 in Kassel, ging dort zur Schule und legte 1997 sein Abitur ab. Danach leistete er Zivildienst an der Universitätsklinik Marburg/Lahn (Psychiatrie). Falb lebt seit 1998 in Berlin, wo er verschiedene Studienrichtungen, darunter Politische Wissenschaften und Physik, belegte und 2006 einen Abschluss in Philosophie erhielt. 1998 wurde er erstmals literarisch aktiv und war Teilnehmer am Autorenforum „lauter niemand“, hielt Lesungen in und außerhalb Berlins und veröffentlichte in Zeitschriften und Anthologien. Nebenbei arbeitete er in der Obdachlosenhilfe, als Portier sowie als Telefonist. 

Werkauswahl
Erstveröffentlichung: „die räumung dieser parks“, Gedichte (Berlin 2003); Beiträge in Zeitschriften und Anthologien. Mit „BANCOR“ (Idstein 2009) und "CEK" (Berlin 2015) folgten weitere Gedichtbände.
Auszeichnungen
Auszeichnungen u.a.: Lyrik-Debüt-Preis des Literarischen Colloquiums Berlin (2005), Stipendium des Autoren-Förderungsprogramms der Stiftung Niedersachsen (2006). 2012 war Daniel Falb Stipendiat des Hessischen Literaturrates in der Aquitaine/ Frankreich. 2015 erhielt er ein Aufenthaltsstipendium für das Künstlerhaus Edenkoben. 2016 wurde ihm der Kurt Sigel-Lyrikpreis des deutschen PEN verliehen.
Féghali, Rojer
Vita

Rojer Féghali, geboren 1986 in Beirut (Libanon), ist Autor, Grafiker sowie Illustrator und lebt in Angoulême (Frankreich). Er studierte Sprach- und Literaturwissenschaften mit Schwerpunkt Graphic Novels sowie Kommunikations- und Verpackungsdesign in Angoulême; außerdem Künstlerische Praktiken und Soziales in Bordeaux. Seit 2012 ist er als freier Autor und Künstler tätig; seine Arbeit zeichnet sich durch ihren intermedialen Charakter aus. Er verbrachte einige künstlerische Aufenthalte in der Nähe von Marburg.

Im September und Oktober 2022 war Rojer Féghali als Stipendiat des Hessischen Literaturrats und von ALCA Nouvelle-Aquitaine zu Gast in Wiesbaden.

Werkauswahl
Roger Féghalis Graphic Novel „Aller-Retour“ erschien 2018 und 2019 (Tetra); „Samandal“ wurde 2019 und 2021 (Fanzine collectif) veröffentlicht. Aktuell arbeitet er an seinem neuen Werk „EXODE“ (Tetra & ToshFesh).
Fíla, Ivan
Vita

Ivan Fíla, geboren 1956 in Prag, kam 1977 aus der Tschechoslowakei in die BRD und studierte Drehbuch und Fotografie in Köln. Er ist Regisseur, Drehbuchautor, Schriftsteller und Fotograf. Fíla lebt in Frankfurt am Main, Los Angeles und Prag.

Im November 2021 war Ivan Fíla als Stipendiat des Hessischen Literaturrats und des Prager Literaturhauses zu Gast im Dichterhaus Brückner-Kühner in Kassel.

Werkauswahl
Zu seinen bedeutendsten Werken zählen die Filme „Lea“ (1996) und „König der Diebe“ (2004), die bei vielen großen internationalen Festivals mit Preisen gekrönt wurden. „Lea“ öffnete Fíla die Tür zu Hollywood, wo er im Auftrag von Steven Spielberg und der Produzentin Wendy Finerman („Forrest Gump“) das Drehbuch für „The Betty Schimmel Story“ (1998) verfasste. Neben Spielfilmen drehte Ivan Fíla auch Dokumentarfilme wie „Vaclav Havel – Ein böhmisches Märchen“ (1993), „Hitler – Der Erpresser“ (1995), „Margarete Buber Neumann – Ein deutsches Schicksal“ (1987) oder „Joschka Fischer – Geduld ist die Tugend des Jägers“ (2007), die unter anderem im ZDF und auf arte ausgestrahlt wurden. Im August 2018 erschien Ivan Fílas Roman „Der Mann, der im Weg stand“ („Muž, který stál v cestě“, tschechisch); 2019 der zweite Roman „Der Kameengraveur“ („Rytec kamejí“). 2020 folgte das fotoessayistische Werk „Der Notstand – Aufzeichnungen eines Reisenden durch die Zeit“ („Nouzový stav – Zápisky cestovatele časem“). Zuletzt erschien „Das Altvatergebirge – Zeit, das bewegliche Bild der Ewigkeit“ („Čas, ten pohyblivý obraz věčnosti“).
Auszeichnungen
„Lea“ wurde u.a. 1998 für den Golden Globe als „Bester nicht-englischsprachiger Film“ nominiert und gewann 1996 den OCIC-Award beim Filmfestival Venedig. „König der Diebe“ wurde u.a. 2006 mit dem Adolf-Grimme-Preis als „Bester Spielfilm“ ausgezeichnet und war auch 2004 für den Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ nominiert.
Fiori, Marianne
Vita

Mariane Fiori (Aquitaine/Frankreich) zu Gast in Hessen von Oktober bis November 2006.
Mariane Fiori wurde im englischsprachigen Kanada geboren. Ihr Leben ist geprägt durch die Spannung zwischen zwei Welten: fünfundzwanzig Jahre lebt sie nun in Frankreich. Schon ihre Kindheit war bestimmt durch die Brüche zwischen den Kontinenten und den Sprachen. Sie schreibt seit ihrem siebten Lebensjahr. Das Schreiben war die einzige Konstante: in Französisch, dann in Englisch, dann wieder in Französisch. Neben und nach dem Studium erkundete Mariane Fiori die Welt des Theaters: Trapez, Barocktanz, Gesang, Regie im Kindertheater. Das Schreiben blieb jedoch ihre Hauptaktivität. Das Thema Zweiter Weltkrieg beschäftigt sie. Sie gehört zu der Generation, die in den achtziger Jahren in Frankreich begonnen hat, die Rolle des Vichy-Regimes aufzuarbeiten und öffentlich über das Schicksal der Juden nachzudenken. Deshalb spielt ihr Roman „Jeune sang“ (Paris 1998) in den 40er Jahren. Er wurde ins Deutsche übersetzt: „Junges Blut“ (Stuttgart 2000).

Fridrich, Radek
Vita

Radek Fridrich (D??ín/Tschechien) zu Gast in Hessen im Oktober 2009.
Radek Fridrich wurde 1968 in D??ín? geboren, wo er auch heute noch lebt. Fridrich ist Dichter, Publizist und Übersetzer. Er studierte an der Univerzita Jana Evangelisty Purkyn? in Ústí nad Labem Bohemistik und Germanistik und arbeitet dort inzwischen als Hochschullehrer an der Pädagogischen Fakultät. In seinem Werk verbindet Radek Fridrich Bildende Kunst und Poesie. So dokumentierte er etwa zerstörte deutsche Friedhöfe in Nordböhmen. Er fand seine Inspiration in Zeichnungen und Aufschriften auf Grabsteinen und verarbeitete diese künstlerisch. Außerdem trat er in B?etislav Rychlik’s Dokumentarfilm „God’s Stonepit“ auf, in dem Fridrich als eigensinniger Dichter porträtiert wird. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher, u.a.:           „Pra“ (Praha 1996); „Šrakakel“ (D??ín 2005); „Krooa krooa“ (Brno 2011). In deutscher Übersetzung ist erschienen „Nebožky / Selige“ (Opava 2011).