Stipendiaten

Borda, Itxaro
Vita:

Itxaro Borda wurde 1959 in Bayonne im nördlichen, zu Frankreich zählenden Baskenland geboren. Sie studierte Geschichte in Paris und war anschließend mehrere Jahre im Bildungsbereich tätig. Nachdem sie außerdem für Presse und Radio gearbeitet hatte, betätigte sie sich in der Förderung des von den französischen Behörden vernachlässigten Euskaras (der baskischen Sprache). Itxaro Borda schreibt Gedichte und Romane und veröffentlicht regelmäßig Artikel in der Presse. 1982 gründete sie die Literaturzeitschrift „Maiatz“. Sie hat überdies Liedtexte für mehrere Sänger und Gruppen sowie Erzählungen geschrieben.

Itxaro Borda (Aquitaine/Frankreich) war von September bis Oktober 2011 zu Gast in Hessen.

Werkauswahl:
Zu Bordas zahlreichen Veröffentlichungen zählen u.a. „Bizitza nola badoan“ (Bayonne 1984) „% 100 basque“ (Zarautz 2001), „Ogella line“ (Tarbes 2009) sowie „Poemes. Selection“ (Zarautz 2000). Sie übersetzte den „Kaukasischen Kreidekreis“ von Bertolt Brecht ins Baskische.
Auszeichnungen:
2002 erhielt Ixtaro Borda für ihren Roman „% 100 basque“ den baskischen Literaturpreis.
Borkovec, Petr
Vita:

Petr Borkovec, geboren 1970 in Louňovice pod Blaníkem, ist Autor, Übersetzer und Kulturredakteur. Borkovec arbetete von 1992 bis 2016 als Redakteur für die Literaturzeitschrift „Souvislosti“. 2003 hatte er die 5. Poetik-Dozentur zur „Literatur in Mitteleuropa“ in Dresden inne. 2004/2005 war er auf Einladung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes DAAD als writer in residence in Berlin zu Gast. Von 2005 bis 2015  unterrichtete er an der privaten Prager Josef-Škvorecký-Literaturakademie. Seit 2005 arbeitet Borkovec als Redakteur für den Verlag Fra und als Kurator für das gleichnamige Literaturcafé in Prag. Er lebt in Černošice bei Prag. 2020 erhielt er ein einmonatiges Aufenthaltsstipendium des Hessischen Literaturrats und des Prager Literaturhauses deutschsprachiger Autoren. Sein Stipendium tritt Petr Borkovec Ende September 2021 an.

Werkauswahl:
Seit 1990 veröffentlichte Petr Borkovec mehr als zehn Gedichtbände. 2017 erschien zudem sein erster Prosaband. Zahlreiche Werke wurden von Christa Rothmeier ins Deutsche übertragen und liegen in zweisprachiger Ausgabe beim Verlag Korrespondenzen vor. 2001 erschien der Lyrikband „Feldarbeit“ („Polní práce“), 2004 der Lyrikband„Nadelbuch“ („Needle-book“) und 2006 folgte „Fünfter November und andere Tage“, eine Zusammenstellung von Gedichten aus den Jahren 1990-1997. Zuletzt erschienen 2014 der Lyrikband „Liebesgedichte“ („Milostné básně“) und 2018 sein erster Erzählband „Lido di Dante“ in deutscher Übersetzung.
Auszeichnungen:
Für seinen Gedichtband „Ochoz“ wurde Petr Borkovec 1995 mit dem Jiří-Orten-Preis ausgezeichnet. 2002 erhielt er den Hubert Burda Preis für junge Lyrik und den N. C. Kaser-Lyrikpreis.
Boučková, Tereza
Vita:

Tereza Boučková ist die Tochter des Schriftstellers Pavel Kohout. Auch aus diesem Grund durfte sie nicht an der Akademie der Musischen Künste studieren und besuchte stattdessen die Fremdsprachenschule. Sie arbeitete u.a. als Putzfrau, Briefträgerin und Hausmeisterin.

Tereza Boučková (Prag/Tschechien) war im September 2008 zu Gast in Hessen.

Werkauswahl:
Ihre erste Erzählung „Indiánský běh“ erschien 1989 im Samisdat. In ihr erzählt sie in kleinen Anekdoten ihre eigene Geschichte, die von der Trivialität des privaten Lebens im Schatten des Heldentums eines Dissidenten handelt. Die Erzählung ist auch in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Indianerlauf“ (Reinbek 1993) erschienen. Danach veröffentlichte sie weitere Bücher, u.a. „Křepelice“ (Prag 1993); „Jen si tak trochu schnít“ (Brno 2004) und „Boží a jiná muka – Fejetony o lásce ke kolu“ (Prag 2010). In deutscher Übersetzung liegen zudem ihre Bücher „Šíleně smutné povídky“ („Wahnsinnig traurige Geschichten: Erzählungen“, 2014 Düsseldorf) und „Rok kohouta“ („Das Jahr des Hahns“, 2015 Düsseldorf) vor.
Auszeichnungen:
Für ihre Erzählung „Indiánský běh“ („Indianerlauf“) wurde sie 1990 mit dem Jiří-Orten-Preis ausgezeichnet.
Branişte, Lavinia
Vita:

Lavinia Branişte, geboren 1983 in Brăila, im Südosten Rumäniens, lebt in Bukarest und Brăila. Ihre Kurzgeschichten wurden ins Englische, Französische, Portugiesische, Kroatische und Bulgarische übersetzt. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin arbeitet sie auch als Literaturübersetzerin.

Von Juni bis Juli 2019 war sie als Stipendiatin des Hessischen Literaturrats und von Culture Port Cetate zu Gast in Wiesbaden.

Werkauswahl:
2006 debütierte Branişte mit ihrem Gedichtband „Povești cu mine“ (Paralela 45). Es folgten die Kurzgeschichtenbände „Cinci minute pe zi“ (2011) und „Escapada“ (2014) sowie drei Kinderbücher. Ihr 2016 in Rumänien erschienener Roman „Interior zero“ wurde 2018 von Manuela Klenke unter dem Titel „Null Komma Irgendwas“ (mikrotext) ins Deutsche übertragen. 2019 übertrugen Anke Pfeifer und Ernest Wichner zwei ihrer Erzählungen unter dem Titel „Planet Romeo“ (mikrotext) ins Deutsche.
Auszeichnungen:
Für ihren Debütroman „Interior zero“ („Null Komma Irgendwas“) erhielt Lavinia Branişte 2016 den rumänischen Preis „Nepotul lui Thoreau“ für den besten Roman des Jahres. 2019 war sie Stipendiatin des International Writers’ House in Graz.
Brendler, Claudia
Vita:

Claudia Brendler ist freischaffende Autorin, Musikerin und Instrumentalpädagogin. Sie studierte Philosophie, Germanistik und Anglistik in Frankfurt, bevor sie zum Studium der klassischen Gitarre und des Klaviers an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt wechselte. Brendler schreibt sowohl unter ihrem eigenen Namen als auch unter den Pseudonymen Leonie Faber, Cleo Leuchtenberg (literarische Jugendromane) und Claudia Elling. Seit 1994 tritt sie als Teil des Duos „Queens of Spleens“ im deutschen Fernsehen (u.a. WDR Ladies Night, BR Ottis Schlachthof) auf. 2017 war sie zu Gast am Goethe-Institut in Georgien. Im selben Jahr startete sie das deutsch-finnische Projekt „Wanderlust“ – Text meets Finntango und übernahm die Leitung der Schreibwerkstatt „kurzum“ in Friedrichsdorf.

Von Mitte Oktober bis Mitte Dezember 2019 war Claudia Brendler als Stipendiatin des Hessischen Literaturrats im Rahmen der „Land in Sicht“-Stipendien zu Gast in Oestrich-Winkel.

Werkauswahl:
Seit 1999 erscheint Claudia Brendlers Kurzprosa in zahlreichen Literaturzeitschriften und Anthologien, u.a. in den jährlichen Anthologien des dtv-Verlags. Zuletzt erschienen ihre Romane „Fette Fee“ (2015, dtv) und „Die Zeitenbummler“ (2016, Droemer Knaur) sowie ihr zusammen mit Lisa Dickreiter verfasster Jugendroman „I love you heißt noch lange nicht ich liebe dich“ (2018, Oetinger).
Auszeichnungen:
Für ihr Schreiben wurden Claudia Brendler mehrfach ausgezeichnet: Ihr Theaterstück „Helenas Moment“ (Uraufführung 2009, Gallus Theater Frankfurt) wurde vom Amt für Wissenschaft und Kunst Frankfurt gefördert. 2016 erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Landes Hessen für „Drüben“.
Brycz, Pavel
Vita:

Pavel Brycz wurde 1968 in Roudnici nad Labem geboren. An der Pädagogischen Fakultät in Ustí nad Labem studierte er Tschechisch, später setzte er sein Studium der Dramaturgie an der Prager Fakultät für Theater (DAMU) fort. Er arbeitete als Lehrer an weiterführenden Schulen und als Publizist sowie als Texter in einer Werbeagentur.  Pavel Brycz arbeitet als Lehrer an einem Gymnasium in Liberec. Er lebt in Jablonec nad Nisou.

Pavel Brycz (Prag/Tschechien) war im Juli 2011 zu Gast in Hessen.

Werkauswahl:
Brycz schreibt u.a. Gedichte und verfasst literarische Wortspiele, aus denen er gemeinsam mit dem Künstler Filip Raif das Büchlein „Láska na konci světa“ zusammenstellte. Pavel Brycz ist auch Kinderbuchautor. Seine Erzählungen werden in Kinderprogrammen des Tschechischen Rundfunks ausgestrahlt. Sein Buchdebüt auf diesem Gebiet machte er 2006 mit „Kouzelný svět Gabriely“ mit Illustrationen von Šárka Zíková. Nicht zuletzt schreibt er Texte für die Band „Zdarr“.
Auszeichnungen:
1999 erhielt er den Jiří-Orten-Preis für sein Buch „Jsem město“. 2000 erhielt er ein UNESCO-Stipendium für einen Frankreich-Aufenthalt. Dort entstand die Novelle „Sloni mlčí“. Für sein Buch „Patriarchátu dávno zašlá sláva“ erhielt er 2004 den Staatspreis für Literatur. 
Bußmann, Nina
Vita:

Nina Bußmann, geboren 1980 in Frankfurt am Main, studierte Komparatistik und Philosophie in Berlin und Warschau. Bußmann lebt und arbeitet in Berlin.

Nina Bußmann war im Jahr 2013 zu Gast in Vilnius (Litauen).

Werkauswahl:
Nina Bußmann veröffentlichte den Roman „Große Ferien“ (Berlin 2012). 2017 folgte ihr Roman „Der Mantel der Erde ist heiß und teilweise geschmolzen“ (Berlin).
Auszeichnungen:
2009 erhielt sie ein Stipendium der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen und 2013 das Alfred-Döblin-Stipendium der Berliner Akademie der Künste. Im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Preises 2011 gehörte sie zu den Nominierten und erhielt den 3sat-Preis für ihren Wettbewerbsbeitrag. 2013 war Nina Bußmann als Stipendiatin des Hessischen Literaturrates in Vilnius (Litauen).
Can, Safiye
Vita:

Safiye Can, geboren als Kind tscherkessischer Eltern in Offenbach am Main, studierte Philosophie, Psychoanalyse und Rechtswissenschaft an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Sie ist Lyrikerin, Autorin, Dichterin der konkreten und visuellen Poesie, Herausgeberin sowie literarische Übersetzerin. Alle Lyrikbände der Autorin wurden kurz nach der Publikation zu Lyrikbestsellern. Safiye Can leitet erfolgreich Schreibwerkstätten an Schulen und anderen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche im In- und Ausland. Sie ist zudem Gründerin der Schreibwerkstatt „Dichter-Club“. Can ist Kuratorin der „Zwischenraum-Bibliothek“ der Heinrich-Böll-Stiftung. Als Dichterin arbeitet sie eng mit dem hr zusammen, war zuletzt Gastdozentin an der Universität Kassel (2017) sowie an der Northern Arizona University in USA (2017). Safiye Can ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und des Internationalen PEN. Sie ist ehrenamtliche Mitarbeiterin bei Amnesty International und setzt sich darüber hinaus stark für Tierrechte ein. Can lebt in Offenbach am Main.

Im Dezember 2017 erhielt sie das Stipendium „Autorenresidenz Laubach 2017“ des Hessischen Literaturrats.

Werkauswahl:
Zu Safiye Cans zahlreichen Publikationen gehören „Rose & Nachtigall“. Liebesgedichte (2014, Größenwahn Verlag); „Das Halbhalbe und das Ganzganze“. Erzählung (2014, Literatur Quickie); „Diese Haltestelle hab ich mir gemacht“. Gedichte (2015, Größenwahn Verlag) und „Kinder der verlorenen Gesellschaft“. Gedichte (2017, Wallstein Verlag). Sie gab zudem den Gedichtband „Im Herzen ein Kind in der Tasche ein Revolver“ von Ataol Behramoğlu heraus, den sie zugleich ins Deutsche übersetzte (2016, Elif Verlag). Im September 2018 erscheint der Band „Das Wort beim Wort nehmen. Konkrete und andere Spielformen der Poesie“, den sie zusammen mit Jürgen Krätzer in der Reihe „horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik“ herausgibt (Bd. 271, 2018, Wallstein Verlag).
Auszeichnungen:
Safiye Can wurde mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Else-Lasker-Schüler-Lyrikpreis (2016) und dem Alfred Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur (2016). Im Dezember 2017 war sie als Stipendiatin des Hessischen Literaturrats in Laubach.
Castel, Lucie
Vita:

Lucie Castel (geboren 1987) studierte Angewandte Künste, Visuelle Kommunikation, Animationskino und Grafikdesign in Angoulême, Bordeaux und Montauban. Seit 2015 arbeitet sie als Grafikdesignerin für den Verlag éditions FLBLB in Poitiers. Lucie Castel lebt und arbeitet in Brüssel.

Von Oktober bis November 2017 war Lucie Castel als Stipendiatin von ÉCLA (jetzt: ALCA) und des Hessischen Literaturrats zu Gast in Wiesbaden. Der in Wiesbaden entstandene Comic „8 Semaines à Wiesbaden“ kann hier nachgelesen werden.

Werkauswahl:
Lucie Castel veröffentlichte 2010 im Kollektivprojekt „Afghanistan“ (éditions FLBLB) einen Comic-Streifen. Ihr Debüt, ein Bande Dessinée, der in Zusammenarbeit mit Philippe Vanderheyden entstand, folgte 2015 unter dem Titel „Un corps“ (l’employé du Moi). In Zusammenarbeit mit Grégory Jarry und Nicole Augereau sind seit 2017 drei Bände der Bande Dessinée-Reihe „Voyages en Egypte et en Nubie de Giambattista Belzoni“ erschienen.
Čichoň, Petr
Vita:

Petr Čichoň (Brno/Tschechien) zu Gast in Hessen im Oktober 2008.
Petr Čichoň ist Mähre und wohnt in Brno. Er war Redakteur verschiedener literarischer Zeitungen und arbeitet zurzeit in der Architekturgalerie in Brno. Zu schreiben begann er in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre mit einer Lyrik, die bewusst an die spirituell orientierten Traditionen der Renaissance anknüpft. Er will die Poesie auf ihre Wurzeln, auf die gesungene Form, zurückführen und hat daher einigen Texten nicht nur Noten beigefügt, sondern singt auch selbst mit Begleitung von Saiteninstrumenten, meistens in Begleitung der Laute.

Werkauswahl:
Seine zweisprachige Sammlung „Pruské balady“ (Preußische Balladen) thematisiert die Geschichte Schlesiens, das teilweise auf dem heutigen Territorium Tschechiens liegt. Die Texte beziehen sich auf Handlungen und Figuren aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Dieser Veröffentlichung ist eine CD beigefügt. Da er die Musik als integralen Bestandteil seiner Arbeit versteht, tritt er bei Lesungen zugleich auch immer als Sänger und Musikant auf. Weiter hat er veröffentlicht: „Chilia“ (Brno 1995); „Villa diabolica“ (Brno 1998).